Baugeschichte
1909 | Errichtung der Seitengebäude als Brotlager und Pferdestall durch die "Consum-Genossenschaft Haushalt" |
1911 | Bau des Hauptgebäudes (Dampfbäckerei) und kleinerer Nebengebäude sowie des Pförtners |
1923 | Bau der Kraftwagenhalle und Umbau der Ladevorhalle durch die "Konsumgenossenschaft Vorwärts Befreiung Barmen" |
1936 | Die Bäckereimaschinen und Backöfen werden nach der Übernahme der Gebäude durch die Firma B.M.E. entfernt |
1989 | Eintragung als Baudenkmal in die Denkmalliste NRW |
2006 | Sanierung und Fertigstellung des Bereiches an der Friedrichstraße durch die VVM |
Auszüge aus dem Denkmalschutzgutachten:
Es handelt sich um eine repräsentative Anlage mit klar gegliederten kubischen Baukörpern und einer einprägsamer Silhouette.
Die vertikale Gliederung der Fassaden ist in der Formensprache des Neo-Klassizismus ausgeführt, Blendgiebel und Kupfer-Turmdach im Neobarock, die Zierputzarbeiten im "geometrisierten Jugendstil".
Der Baustil läßt sich der "neuen Sachlichkeit" zuordnen und wurde nach den Leitlinien der Werkbund-Architekten (Gropius, Behrens u.a.) mit dem Schwerpunkt auf Nützlichkeit, guter Proportionierung, Farbabstimmung und rhythmischer Gliederung der Fassaden umgesetzt.
Die Schutzwürdigkeit des Denkmals ergibt sich für die Stadt Velbert "aus dem Standort, der Grund- und Aufrißkonzeption sowie der formalen und baukonstruktiven Ausführung der Gebäude".
Außerdem sind sie Zeugnis des Bauprogrammes der örtlichen Konsumgenossenschaft, die in den späten 1890er Jahren in Velbert mit dem Ziel gegründet wurde, die Industriearbeiter und ihre Familien mit preiswerten und guten Grundnahrungsmitteln zu versorgen.
Über Jahrzehnte wurde die Dampfbäckerei nur sporadisch in einzelnen Bereichen genutzt - andere Bereiche standen leer und der Zahn der Zeit begann bereits deutlich an der Substanz zu nagen.
2004 setzte sich Herr Dr. Schneider von der VVM mit dem Architekten Herrn Prof. Mandler in Verbindung, der sich auf die Umnutzung ehemaliger Industrieanlagen spezialisiert hat und dessen Institut in Wuppertal sich eben diesem Thema widmet.
Gemeinsam mit Herrn Mandler, Herrn Ickert und Herrn Schneider entstanden erste Ideen einer neuen Nutzung, u.a. auch für einen Umzug des "Deutschen Schloß und Beschlägemuseums", einer Wohnnutzung und der jetzt realisierten Umsetzung als Gastronomie- und Gewerbepark.
Prof. Mandler / Dr. Schneider
Nach erfolgreicher Planung hat Herr Dipl. Ing Viktor Ickert die Umsetzung des Projektes übernommen. Tausende Details mußten berücksichtigt, auseinandergenommen und wieder zu einem großen Ganzen zusammengefügt werden: "Eine Umbaumaßnahme ist weitaus komplexer und eine viel größere Herausforderung als ein Neubau."
Das Gebäude wurde buchstäblich von Kopf bis Fuß also vom maroden Dachstuhl bis zum feuchten Keller kernsaniert, allerdings ohne die denkmalgeschützten Teile zu verändern.
Gestalterisch haben Herr Dr. Schneider und Herr Ickert Wert darauf gelegt, daß zum einen die historische Substanz der Gebäude wo irgend möglich freigelegt und bewahrt wird. Zum anderen sollten bei den neu zu ergänzenden Teilen wie Eingangstüren, Oberböden, Terrassen, Geländer etc. der industrielle Charakter der Anlage erhalten und unterstrichen werden.
Weitere Informationen zum Umbau bzw. der Restaurierung
der alten Dampfbäckerei in Velbert finden Sie hier.



